Asperger Autisten Symptome nach Alter. Asperger in Deutschland

Letzte Aktualisierung Oktober 4, 2022

Reden wir weiter über Asperger Autisten. Die ersten beiden Teile waren hauptsächlich Informationen über die Merkmale des Asperger Syndroms. Aber wie manifestieren sich diese Merkmale im Verhalten von Kindern, insbesondere bei kleinen oder nicht sprechenden Kindern? Welche Anzeichen bei Kindern sollten Eltern warnen?

Kommen wir nun auch zu praktischen Ratschlägen. Was zu tun damit? Wie geht es Asperger in Deutschland?

Teil 1
wer sind Autisten mit Asperger Syndrom
warum soll man Asperger Autisten verstehen lernen und warum braucht man Diagnostik?
“No go“ in Bezug auf Asperger Autisten
Autisten verstehen lernen
Asperger Autismus Wahrnehmungen
Asperger Autismus Motorik
Asperger Autismus Sozialverhalten

Teil 2
Autisten verstehen lernen (Fortsetzung)
Gefühle, Emotionen und deren Ausdruck:
Asperger Syndrom Sprache
Asperger Syndrom Intelligenz
Alltagsleben
Aspie-Girl (autistische Mädchen)

Asperger Autisten Symptome nach Alter

Welche Anzeichen bei Kindern sollten Eltern warnen? Es gibt Kontrollkästchen, damit Sie sehen können, wie viele Anzeichen Ihr Kind hat.

Wichtig: Diese Symptome sind möglich, aber nicht verpflichtet. Es ist nicht möglich, die kleine Kinder sicher zu diagnostizieren. Außerdem kann Ihr Kind deutliche Anzeichen von Autismus aufweisen, die jedoch nicht ausreichen, um über die Grenze einer Diagnose hinauszugehen.

Bis drei Jahre alt:

  • hat keinen Blickkontakt
  • es gab Probleme beim Stillen (z. B. wollte Muttermilch gar nicht, Schwierigkeiten beim Saugen, Schwierigkeiten beim Anlegen an die Brust oder Flasche, Wutanfälle durch verspätetes Stillen, langes Hängen an der Brust)
  • schläft mit Autos
  • dreht die Räder (zu viel)
  • wiederholt Bewegungen, schafft Rituale, die nicht verletzt werden dürfen.
  • besessen von bestimmten Spielzeuge
  • bekommt häufig Schreianfälle, deren Gründe Sie nicht verstehen oder deren Gründe mit dem Besuch überfüllter Orte, dem Brechen von Routinen oder Ritualen zusammenhängen
  • Sprachverzögerung
  • verwendet keine Zeigegeste
  • biegt sich nach unten, wenn Sie ihn auf Arm halten

3 bis 6 Jahre alt

  • Sprachprobleme
  • der Kindergarten charakterisiert das Mädchen als wild und fremd oder zickig.
  • hat keine Freunde (bei leichteren Fälle trifft es nicht, weil zusammen zu spielen bedeutet für die Kindergartenkinder schon Freunde zu haben)
  • Wünsche und Bedürfnisse müssen sofort erfüllt werden
  • Ritualen
  • hüpft vor Aufregung wie ein Ball, wedelt mit den Armen wie ein Schmetterling oder schaukelt hin und her, um sich zu beruhigen
  • schläft mit Autos
  • spricht “wie Erwachsene”
  • seltsame Sprachmelodien, erfundene Wörter
  • beginnt zu früh zu lesen
  • zu tiefes Wissen
  • Wutanfälle vor Überlastung
  • seltsame Aufregungsgeräusche, zu laut für die Situation
  • Essstörungen, zu wählerisch (nur bestimmte Lebensmittel, nur bestimmten Namen, alles getrennt usw.)
  • mag die Rollenspiele nicht
  • spielt nur nach den Regeln, die es für die einzig wahren hält, oder spielt gar nicht
  • mag keine Umarmungen und Küsse
  • möchte nicht an “Morgenkreisen” teilnehmen (wenn Kinder in einem Kreis zu Gesprächen, gemeinsamen Liedern usw. versammelt sind)
  • hat keinen Blickkontakt

6 bis 9 Jahre alt

  • Motorikprobleme
  • Wutanfälle, oder Tränen, oder andere unadequate Reaktion auf Überlastung
  • seltsame Geräusche, zu laut oder leise oder monotone Sprache
  • wenige Freunde oder seltsame Freunde oder seltsame Beziehungen zu Freunden (z.B. keine Besuche, keine Interesse an Treffen)
  • die Worte passen der Situation nicht
  • Unfähigkeit, das Thema zu wechseln, das Kind sieht nicht, dass sein Thema nicht interessant ist
  • versteht Wörter und Ausdrücke buchstäblich oder fragt nach der Bedeutung von Ausdrücken (“Warum weint der Himmel? Er ist keine Person”). Solche Fragen sind typisch für jüngere Kinder, wenn Kinder die Sprache lernen. Bei Autisten können sie später auftreten. Auch in der Form, wenn einem Kind eine Aufgabe oder Anweisung gegeben wird, es aber betäubt stehen bleibt.
  • orientiert im Raum schlecht
  • Essstörungen, zu wählerisch (nur bestimmte Lebensmittel, nur bestimmten Namen, alles getrennt usw.)
  • Überempfindlichkeit (häufiger) / Unempfindlichkeit gegenüber Reizen
  • kann die Hausaufgabe nicht ausführen, wenn zu wenig Platz vorhanden ist
  • kann eine Aufgabe nicht erledigen, wenn sie nicht konkret genug ist. z.B. “Gib Beispiele” ist nicht konkret. Wie viele Beispiele? Ich kann das nicht machen, es gibt zu viele Beispiele. Wo die anderen Kinder schnell irgendeinen Blödsinn schreiben, versucht Ihr Kind jede solche Aufgabe gründlich zu erledigen und ist schnell erschöpft.
  • schreibt keine Geschichte, schreibt zu kurze Texte, zu langweilige und eintönige Geschichten
  • Lehrer:innen sagen, dass es besser für ihn ist, allein zu sitzen
  • leicht von uninteressanten Lektionen abgelenkt wird
  • reagiert auf kleinste Geräusche im Klassenzimmer
  • wenn es die Aufgabe in der Klassenarbeit nicht erledigen kann, geht es nicht zur nächsten über, sondern hängt an dieser Aufgabe bis zum Ende
  • kann nicht aufhören, die Frage des Lehrers zu beantworten, versucht, alles zu erzählen, was es über das Thema weiß
  • glaubt, dass es nicht wie alle anderen ist
  • das Ausmaß der Probleme ist dem Kind kaum bewusst – geriet bei jeder Schwierigkeit leicht in Panik und „Katastrophenmodus“
  • spielt nur nach den Regeln, die es für die einzig wahren hält, oder spielt gar nicht
  • hat keinen Blickkontakt

Nach 9/10 Jahre alt

Prüfen Sie auch die Altersgruppe 6-9 Jahre alt.

  • ist Zielscheibe im Klassenzimmer: zuerst gestoßen, gestolpert und getreten (Jungen), dann als Spielball für Intrigen und zum Durchsetzen von Zielen oder einfach zum Spaß (besonders Mädchen), dann als Zielscheibe für Beschimpfungen und Lügen (beides)
  • hat keine Freunde, oder hat einen “seltsamen” Freund, oder hat “fiktive” Freunde ohne echten Kontakt (sitzen zusammen, informieren nach Hausaufgaben, aber wissen wenig übereinander)
  • kann nicht im Team arbeiten (entweder übertragen sie ihm die ganze Arbeit oder es ist mit der Qualität der von anderen geleisteten Arbeit nicht einverstanden)
  • hat Schwierigkeiten mit zu vage formulierten Aufgaben oder Aufgaben mit Antwortmöglichkeiten, die der Verfasser des Lehrbuchs nicht berücksichtigt hat.
  • stolpert oft, tritt und stößt alle Möbel mit den Ellbogen oder Knien, lässt Gegenstände ohne Grund fallen
  • kann keine täglichen Sachen finden
  • Essstörungen
  • Mangel an Haushaltskenntnissen, Schwierigkeiten beim Aufräumen, Schneiden usw.
  • bemerkt keine Schlamperei im Aussehen (Flecken auf der Kleidung, abstehende T-Shirts usw.)
  • Selbstwahrnehmung als „anders“, „falsch“, „kaputt“, „fremd“, „verdorben“, „von einem anderen Stern“
  • ständige Nervosität, Verzweiflung
  • Unfähigkeit, abends abzuschalten und schnell einzuschlafen, da zu viele Reize und Emotionen des Tages verarbeitet werden müssen. Asperger Autisten können stundenlang in der Nacht nicht schlafen und analysieren.
  • kann bestimmte Musik nicht ausstehen
  • spricht zu direkt, oft unangenehme Dinge, versteht das Gewicht der Wörter nicht
  • kann nicht über Gefühle sprechen und Emotionen beschreiben
  • verstummt in bestimmten Situationen
  • verwendet viele beleidigende oder unhöfliche Worte (obwohl Eltern nicht so viel fluchen und es keine solche Gesellschaft gibt)
  • vermeidet Telefonate

Mädchen Besonderheiten

  • geht in eine imaginäre Welt, lies viel
  • beteiligt sich nicht an der Diskussion von Jungen und haltet dieses Thema für Unsinn
  • versteht nach 11-12 Jahre alt sie Gleichaltrige nicht gut, bevorzugt die Rolle von “Tomboys” und / oder fühlt sich gut in der Gesellschaft kleiner Kinder und / oder versucht, sich Erwachsenen anzuschließen (hört Erwachsenengesprächen zu, anstatt mit Gleichaltrigen zu kommunizieren)
  • lernt gut, hat eine entwickelte Logik
  • achtet nicht auf ihr Aussehen, zieht die Zweckmäßigkeit der Schönheit vor – einfache Kleidung, größere Größen, eine versteckte Figur, einfache Frisuren (oft lange Haare).
  • sieht jünger aus als sie ist, sieht naiv aus
  • hat Magenprobleme, Gastritis, Anorexie, Ekzeme
  • Gesichtsausdrücke, die alle Emotionen widerspiegeln, oder “Steingesicht”
  • Sprachblokade (selektives Mutismus)
  • Wiederholung von Zitaten, Dialogen, Situationen aus Büchern und Filmen – natürlich häufiger im Kopf, ist es unwahrscheinlich, dass Eltern davon wissen
  • hat kein intuitives Verständnis dafür, wie man Menschen berührt, also vermeidet die Berührungen
  • dreht ständig ihr Haar, flechtet ihr Haar, schaukelt ihr Bein, wenn sie sitzt, biegt die Finger

Ich / mein Kind hat Autismus – wie geht es weiter?

Brauche ich eine offizielle Diagnose?

Natürlich sprechen wir von jenen Situationen, wenn Sie eine Wahl haben, aber nicht von denen, wenn Sie zwangsweise zur Diagnose geschickt werden.

Unabhängig vom Vorliegen einer Diagnose sollte das Kind so früh wie möglich erfahren, dass seine Probleme den Name haben und dass er nicht der Einzige ist.

Meiner Meinung nach brauchen die Erwachsene eine Diagnose nicht unbedingt, es sei denn, Sie möchten einen Sonderstatus oder brauchen eine medikamentöse Behandlung.

Für Kinder im Vorschulalter ist es ratsam, eine Diagnose zu bekommen, wenn die sozialen Regeln und Einstellungen im Land dies zulassen (es besteht keine Gefahr, dass Ihr Kind von der normalen Gesellschaft isoliert wird).

Für Jugendliche in der sekundäre Schule ist es etwas spät, aber wenn es ernsthafte Konflikte oder gesundheitliche Probleme (z.B. Anorexie) gibt, dann ist eine offizielle Diagnose erforderlich, sonst wird das Kind möglicherweise einer anderen, viel weniger angenehmen Gruppe von Psychos zugeordnet. Darüber hinaus können Teenager von Hilfsgruppen und medikamentöser Behandlung profitieren.
Also eher ja als nein, je nach Situation im Land. Aber wenn das Problem bereits in einem früheren Alter sichtbar ist, muss die Diagnose nicht bis ins Jugendalter hinausgezögert werden, da sich in der Pubertät alles nur noch verschlimmert.

Auch eine Veröffentlichung der Diagnose ist nicht in jeder Gesellschaft möglich. Wenn das Kind früh von der Diagnose erfahren hat, sie problemlos behandelt und sie bereits als Teil von sich akzeptiert, dann können Sie offen darüber sprechen. Kommt die Diagnose im Jugendalter, dann ist ihre Veröffentlichung eine Katastrophe für das Kind. Sich selbst als Autist zu erkennen, ist für einen Teenager wie ein Coming-out. Er muss auf Mobbing vorbereitet sein.

Eltern sollten andere Eltern warnen, dass das Kind Probleme verursachen kann. Wenn eine offene Anerkennung der Diagnose unerwünscht ist, dann kann man auf ADHS verweisen, das von allen viel toleranter akzeptiert wird.

Was tun mit Kleinkind?

  • analysieren die Situationen, in denen es die Kontrolle verliert, um sie in Zukunft zu vermeiden
  • nicht schlagen, nicht schreien,
  • nicht stur sein, die Regeln nicht erzwingen. Erklärung und Logik hilft viel mehr, als “Du musst das machen, weil ich so gesagt habe”
  • nicht ignorieren, nicht sagen “Du bist schon groß, hör sofort auf” und auf keinen Fall bestrafen, wenn das Kind die Kontrolle verliert. Stellen Sie ihm am besten einen ruhigen Ort zur Verfügung, an dem keine Menschen sind und an dem es zur Besinnung kommen und Ihre Unterstützung spüren kann.
  • versuchen, spontane Regeländerungen zu vermeiden
  • nicht erzwingen zu essen. Die “guten alten” Methoden, wie am Tisch sitzen bleiben bis es alles aufgegessen hat, ist das Schlimmste, was man sich ausdenken kann.
  • versuchen in der Zeit bis zu 4 Jahren alt, solange die Neugier auf Essen besteht, den Speiseplan des Kindes so weit wie möglich zu erweitern. Dann schrumpft es meist nur bis zum Erwachsenenalter, wann es wieder nachwächst.
  • ermutigen, neue Dinge auszuprobieren. Verwenden Sie dafür erwachsene Verwandte – geliebte Onkel und Tanten, Großeltern sowie Reisen
  • Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Pinkeln, Schlafen) müssen rechtzeitig erfüllt werden
  • autistische Kinder können nicht warten. Dies ist mit ihrer hohen Angst verbunden, dem ständigen Gefühl einer bevorstehenden Katastrophe. Erklären Sie also die Gründe für die Verzögerung, lindern Sie die Angst und versuchen Sie, sie zu verhindern. Aber probieren Sie nicht, die Geduld zu “erziehen”, indem Sie etwas absichtlich hinauszögern.
  • Logik und Erklärungen, Besprechung von Plänen und Problemen im Voraus helfen, Pannen zu vermeiden
  • Es ist besser, nicht an sehr überfüllte Orte zu gehen, sich mit entspannteren Geburtstagen zufrieden zu geben und nicht mit “Pirate Jungle”. Es ist besser, die Eltern des Kindes, das Sie besuchen, auf mögliche Probleme hinzuweisen.

Was tun mit einem Schüler?

  • reden und erklären. Logik statt Emotionen
  • Erklären Sie dem Kind seine Besonderheit anhand von Kinderbüchern über Autisten. Je früher Sie dies Ihrem Kind erklären können, desto leichter wird es ihm fallen, sich so zu akzeptieren, wie es ist. Wenn die Diagnose im Jugendalter auftritt, dann funktioniert es nicht immer gut. Die Diagnose hilft wiederum Erwachsenen.
  • Je mehr Fähigkeiten Sie beibringen, desto besser. In der Pubertät wird es einen Rollback geben, also lernen Sie das Kind in der Zeit des Nicht-Widerstands die Fähigkeiten.
  • lehren Sie, das Verhalten und die Worte von Menschen als Vorbild zu kopieren (man sagt “Guten Tag” und gibt die Hand – du tust dasselbe)
  • die Lehrer:innen sollten sich des Problems bewusst sein. Wenn die Schule so ist, dass Sie Angst haben, offen zu sprechen, ziehen Sie eine andere Schule in Betracht.

Wenn das Kind älter wird

  • vergessen Sie Ihre ehrgeizigen Pläne. In die stärkste Klasse und beste Schule schicken, damit es sich bemüht, mehrere Vereine und dazu Musikunterricht usw. besuchen – das ist nicht gut für die meisten Autisten. Das Leben eines Autisten ist ohnehin schon schwierig, fügen Sie nicht den Stress der eliten Schule und den Wettbewerb hinzu
  • lassen Sie die Zügel los. Nicht drängen. Bieten Sie Wahlmöglichkeiten an und erklären Sie, wenn es keine Wahl gibt
  • Bestehen Sie darauf, alltägliche Fähigkeiten schrittweise zu beherrschen, erklären Sie, warum sie benötigt werden, und bieten Sie an, einen Plan für diese Arbeit zu erstellen
  • reden Sie ehrlich, weichen nicht aus. Zeigen Sie, dass Sie dieses oder jenes Problem verstehen, erklären Sie, dass es sich nicht davor verstecken kann, und einigen Sie sich auf Lösungswege
  • suchen Sie nach guten Büchern für Teenager, in denen der Held autistisch ist, und geben Sie sie Ihrem Kind
  • fluchen Sie auf ein Minimum, verwenden Sie keine abfälligen Worte. Es ist nicht nötig, das Selbstwertgefühl noch weiter zu schwächen
  • Unterstützen Sie das Selbstwertgefühl, indem Sie nach positiven Eigenschaften suchen. Du bist anders, aber das ist nicht schlecht und manchmal sogar sehr gut. Du bist ein treuer Freund. Du kannst die Sachen tief wissen. Du benutzt die andere Menschen nicht und schickanierst sie nicht.
  • Computer- und Handyspiele können als Stimming eine beruhigende Rolle spielen. Sie müssen ihren Inhalt und ihre Spielzeit kontrollieren. Nervöse und aggressive Spiele sind nicht gut.
  • Bringen Sie älteren Teenagern bei, ehrlich zu sagen, wenn sie soziale Normen, Emotionen und Gefühle nicht verstehen oder nicht wissen, was von ihnen erwartet wird („Ich verstehe nicht, ob Sie wütend sind oder nicht, sagen Sie es mir“, „ Ich fühle, dass du dich schlecht fühlst, aber weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll” und so weiter)
  • Autistischer Teenager braucht ein separates Zimmer.
  • Lassen Sie das Kind jedoch nicht auf Ihrem Kopf herumtanzen. Nein heißt nein. Nur weil Sie ihn verstehen und seine Ausrutscher ignorieren, heißt das nicht, dass es alles sagen kann, was es will.

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Wie können Sie mit dem schweigenden Kind sprechen

Kinder unter 10 Jahren sind noch gesprächsbereit, können aber nicht erklären, was Emotionen betrifft. Jugendliche wollen nicht sprechen, weil sie nicht glauben, dass die Persone, die mit ihnen sprechen möchte, sie versteht. Alle Altersgruppen können nicht sprechen, weil sie im Moment eine Sprachblockade haben.

Sprachblockaden (selektives Mutismus) taucht in peinliche oder gefährliche Situationen auf, zum Beispiel, wenn das Kind
muss auf Anschuldigungen im Unterricht reagieren (meistens bei Handlungen, die es nicht begangen hat)
bei verbaler oder körperlicher Bedrohung
beleidigt wird
angeschreit wird
wenn Fremde an einem öffentlichen Ort unhöflich zu ihm sind

All diese Fälle sind für das Kind äußerst schmerzhaft. Wenn es mit jemandem nicht darüber sprechen konnte (und das passiert in den meisten Fällen), bleiben sie jahrelang in Erinnerung und sind akut erfahren.

Zunächst einmal sollten Sie selbst keine solche Situationen von Sprachblockaden erstellen. Wenn Sie sehen, dass sich das Kind in dieser Situation befindet (verstummt, schaut an einer Stelle dumm), stoppen Sie es, lassen Sie das Kind möglichst beruhigen und versuchen Sie später, die Situation zu besprechen.

Deutsche Psychotherapeuten glauben, dass eine Person bereit sein sollte, alles selbst zu erzählen und Kontakt aufzunehmen. Bei Autisten und insbesondere autistischen Teenagern ist dies eher unwahrscheinlich. Daher wird es selten funktionieren, ein autistisches Kind zu einem Psychotherapeuten zu schicken, damit er helfen, seine alltäglichen Probleme zu lösen.

Natürlich gibt es irgendwo Psychotherapeuten, die wissen, wie man mit Autisten spricht, aber man findet sie nur zufällig: Andere Ärzte und Zuständige in Deutschland dürfen nicht, Empfehlungen zu geben.

Das bringt uns zurück zu der Tatsache, dass diejenigen, die dem Kind nahe stehen, lernen müssen, mit ihm zu sprechen. Je besser Sie in diesem Alter mit ihrem Autisten in Kontakt kommen und lernen, wie die Antworten von ihm zu bekommen, desto einfacher wird es für Sie im Teenager-Horror.

  • sprechen Sie nicht mit dem Kind während seines Zusammenbruchs oder seiner Sprachblockade, schreien Sie es nicht an oder sprechen Sie es gar nicht mit strenger Stimme, diskutieren Sie seine Handlungen nicht in Gegenwart anderer Personen. Sein Schweigen in einer solchen Situation wird nicht als Zustimmung oder Geständnis gewertet!
  • Stellen Sie Fragen auf unterschiedliche Weise, bis die Antwort gegeben ist. Schweigen ist für einen Autisten keine Antwort, denn es kann alles bedeuten:
    Zustimmung,
    Ablehnung,
    Ablehnung einer ungenauen Formulierung,
    der Wunsch, allein zu sein,
    eine Sprachblockade.
  • Zeigen Sie, dass Sie verstehen, was mit dem Kind los ist. Ich weiß, dass du nicht erklären kannst, was los ist und wie du dich fühlst. Ich weiß, dass dein Kopf leer wird und du nichts sagen kannst. Hast du zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken und Wörter mehr? Bist du außer Atem? Du bist nicht allein, andere Menschen, insbesondere Autisten, erleben es auch. Aber du wirst sich besser fühlen, wenn wir trotzdem darüber reden. Wenn jemand schweigt, kann ihm nicht geholfen werden. Deshalb werde ich dich Fragen stellen, und du antwortest mit Ja oder Nein oder korrigierst mich, wenn du kannst.
  • Die Fragen müssen sehr konkret und gerade sein. Wie fühlst du dich? – falsche Frage, zu vage. Fragen Sie konkret: Fühlst du dich beleidigt? Hast du Angst von…?
  • Werden Sie kreativ: statt Frage: Wie möchtest du…? könnte die umgekehrte Frage funktionieren: Wie möchtest du nicht …?
  • Autistische Menschen können das Gewicht des Wortes und seine Konsequenzen nicht verstehen. Erklären Sie die Folgen.
  • Die Frage, auf die es aus Ihrer Sicht nur die Antworten Ja oder Nein gibt, können für autistische Menschen noch eine Antwort haben: “Die Frage ist falsch formuliert”.
  • Auch wenn Sie irgendeine Art von Antwort erhalten haben, klären Sie dies bitte noch einmal in einer anderen Formulierung. Vielleicht hat Sie das Kind anders verstanden.

Gibt es eine Behandlung?

Gibt es ein Heilmittel für Gemeinheit, übermäßige Freundlichkeit, explosive Natur? Die überwiegende Mehrheit der autistischen Menschen fällt in diese Kategorie „Merkmal, Schwierigkeiten, aber keine echte Krankheit“.

Sie haben zwei Hauptprobleme:

  • Wahrnehmung der Gesellschaft
  • Psychosomatik – Behandlung die Krankheiten, die Autisten wegen Stress bekommen

Gesellschaft

Um das erste Problem zu lösen, benötigt

die Gesellschaft:

  • möglichst mehr darüber reden
  • Bücher schreiben und übersetzen, insbesondere Belletristik (durch Bücher versteht man besser und schneller)
  • Lehrern, Erziehern, Psychologen und Sozialarbeitern beibringen, wie man mit autistischen Menschen kommuniziert
  • autistische Menschen nicht isolieren

Autisten:

  • an Hilfsgruppen teilnehmen
  • Bücher mit erfolgreichen autistischen Charakteren und Geschichten von bekannten erfolgreichen autistischen Menschen lesen
  • sich so akzeptieren wie man ist. Ein Versuch, sich umzugestalten, endet meist im Scheitern
  • einen guten Verhaltenspsychologen besuchen, um sich mit dem vorherigen Punkt zu befassen.

In der Gesellschaft gibt es immer eine Gruppe von Menschen, die von Autisten bis zur Intoleranz gereizt sind. Sie sind sogar manchmal ehrlich in ihrem Hass: Es scheint ihnen, dass die autistische Person sich verstellt. Oft sind dies Kinder, die nach Führung streben, gut sprechen, leicht Geschichten erfinden. Diejenigen, die von Lehrern geliebt werden und die leicht Menschen benutzen. Ein Autist ist für sie ein Anti-Stress-Ball und Material zum Üben von Personalführung.

Gegen diese Gruppe kann nichts getan werden, außer dem Kind beizubringen, solche Menschen zu erkennen und sie zu meiden.

Eine andere, größere Gruppe sind diejenigen, die schweigen, um nicht selbst zum Anti-Stress-Ball zu werden. Wir können sie erreichen, wenn wir Autisten nicht in Sonderschulen verstecken und ihre Probleme verschweigen.

Leider sind diejenigen, die echtes und nicht äußerliches Einfühlungsvermögen haben, die in der Lage sind, sich für andere einzusetzen, zu verstehen, ein Freund zu werden, viel seltener als autistische Menschen.

Behandlung die Krankheiten, die Autisten wegen Stress bekommen

Krankheiten werden durch Umweltstress (meist im jüngeren Alter) und sozialen Safari (im Schulalter) verursacht. Im Erwachsenenalter nimmt der Stress ab, da die autistische Person eine beträchtliche Menge an Erfahrung sammelt, viele soziale Protokolle lernt und vor allem wählen kann. Aber aus der Schule kommt man schon mit einer Reihe von Krankheiten.

Wie bei jedem anderen Stress leiden das Nervensystem und die Psyche, was zu Folgendem führt:

  • Depression
  • Anorexie
  • Magenproblemen
  • Hautkrankheiten
  • Schlafstörung
  • Zwangsstörung

All dies wird bereits als getrennte Krankheiten behandelt. Schlafprobleme werden mit Schlafhormontabletten gelöst. Für Teenager kann das eine große Hilfe sein.

Die Ärzte bieten auch Pillen an, um die Konzentration zu verbessern. Sie helfen nicht jedem. Ein Teil der medikamentösen Behandlung hat sich bereits als unwirksam erwiesen. Bevor Sie sich also mit Pillen zufrieden geben, studieren Sie die aktuellen Ergebnisse.

In den weiterführenden Schulen essen viele Autisten kaum. Mensa hat passende Gerichte selten (alles gemischt, ewige Soßen, die Autisten oft nicht mögen) und sie haben keine Zeit, nach Hause zu gehen. Dies kann in der Jugend zu einer Gastritis führen.

Asperger in Deutschland – Schule, Diagnostik

Die deutsche Gesellschaft liegt in Sachen Diagnostik und Möglichkeiten für Autisten irgendwo in der Mitte zwischen entwickelten Ländern und Gesellschaften, die nicht minderheitentolerant sind – also in der Mitte zwischen „anerkennen und helfen“ und „kranke Perverse, vermeiden und isolieren“.

Die Verbreitung von Informationen erfolgt durch die Fachärzte der Krankenhäuser. Spezialisten auf lokaler Ebene erkennen Autisten noch nicht und schicken nicht einmal offensichtliche Fälle zur Diagnose. Normalerweise finden Eltern entweder eine Diagnose im Internet oder auf Anraten von Freunden, oder es passiert etwas und es wird eine Diagnose gestellt.

Die Schulen haben bisher “etwas gehört, aber wissen nicht, was wir damit tun sollen”. Da es in den Schulen eine strenge Bürokratie gibt, die viele Verfahren bestimmt, und Autisten in diesen Verfahren nicht vorkommen, kommt es am Ende darauf an, ob der Lehrer das Kind verstehen kann oder nicht.

Die Gesellschaft ist noch nicht bereit für Autisten und betrachtet sie mit Vorsicht, da sie in ihnen etwas zwischen einem Rainman und einem Soziopathen sieht. Was der katastrophale Mangel an Informationen gut zeigt: Autisten sind äußerst selten Rainman oder Täter und häufiger normale Leute und Opfer. Dieser Zustand der Gesellschaft wird durch sexuelle Minderheiten gut veranschaulicht. Wenn das in Amerika schon fast der Normalfall ist, hat in Deutschland erst kürzlich eine große Gruppe bekannter Persönlichkeiten das Risiko gewagt, sich offen zu sexuellen Minderheiten zu bekennen.

Diagnostik

Wenn Sie eine Diagnose wünschen, wenden Sie sich zuerst an den Autismusverband in Ihrem Landkreis/Ihrer Stadt. Sie werden Ihnen sagen, wohin Sie gehen sollen.

Spezialisierte Zentren und psychiatrische Kliniken haben bereits moderne Vorstellungen über Autisten, aber Psychologen oder Psychiater sind sich noch nicht alle bewusst, dass sich die Wahrnehmung von Autisten seit der Zeit von Asperger erheblich verändert hat. Ein unzureichend qualifizierter Facharzt kann eine ganz andere Diagnose stellen.

Sie können auf einen Termin mehr als ein Jahr warten. Viele Praxen und Kliniken sind für die neuen Patienten geschlossen. Sie fixieren die Zahl der Kinder für ein Jahr und öffnen die Liste nur ein Mal pro Jahr, z.B. Mitte Juli. Dann müssen Sie genau an diesem Tag möglichst früh telefonieren oder schreiben. Wenn Sie keine schnelle Hilfe brauchen, werden Sie einen späteren Termin bekommen. Diejenige, die schon schwerwiegende Probleme haben, bekommen die Termine schneller.

Kindergarten

Kindergärten in Deutschland sind sehr unterschiedlich. Es kann ein Kindergarten sein, in dem Sie nicht einmal bemerken, dass Ihr Kind Autismus hat, oder ein Kindergarten, in dem ein schreiendes Kind in den Flur gebracht und dort allein auf dem Boden zurückgelassen wird. Ich kenne solche Fälle.

Bevorzugen Sie bei der Auswahl eines Kindergartens diejenigen, in denen es eine Leitung auf höherem Niveau gibt (nicht Erzieherin, sondern eine Frühförderlehrerin). Wählen Sie die Kindergärten aus, in denen Sie ein höhere Ausbildungsniveau der Erzieherinnen sehen (na ja, soweit dies anhand einer kurzen Bekanntschaft beurteilt werden kann). Spezialisierung auf Montessori, kleine Gruppen sind von Vorteil.

Schule

Entweder hatte ich so viel Glück, oder ist es wirklich so, aber Grundschulen in Deutschland sind gut: hohe psychologische Vorbereitung (zumindest bei der älteren Lehrergeneration), Hilfsbereitschaft.

Vieles ist natürlich von den Lehrern abhängig. Ein guter Lehrer kann sich der Diagnose nicht bewusst sein und das Kind ohne wirkliche Probleme durch die Grundschule bringen. Keine Kenntnis der Diagnose hilft dem Bösen.

Bei Konflikten mit der Schule können Sie sich an die Autismusbeauftragten wenden. Aber dafür müssen Sie eine Diagnose haben.

Weiterführende Schule sind von Land zu Land sehr unterschiedlich. Aussortierung ist weitgehend erhalten.

Autisten mit einem weniger ausgeprägten Syndrom fallen in diesem System durch das Raster: Einerseits sind sie nicht „besonders“ genug, um in eine Sonderschule zu kommen, andererseits sind sie besonders genug, um auf dem Gymnasium erhebliche Probleme zu haben. Die veraltete Bildung des Gymnasiums, die die individuellen Merkmale von Kindern nicht berücksichtigt, ist für Autisten zu hart, und die Realschule ist für ihren Intellekt zu primitiv.

Für diejenigen, die überlegen, wohin sie ihr autistisches Kind schicken sollen:

  • Schauen Sie sich die Gesamtschule an, dort gibt es kleinere Klassen und mehr Lehrer, was bedeutet, dass es einfacher ist, individuelle Probleme zu lösen und mehr auf die persönlichen Eigenschaften der Kinder einzugehen.
  • wenn ihr Kind über eine besondere Intelligenz verfügt, ist eine Klasee für Hochbegabte sinnvoll. In der Regel gibt es dort mindestens einen Autist und sie haben bereits Erfahrung mit ihm.
  • Wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt, ist es sinnvoll, die Privatschulen zu sehen.
  • Wenn Sie eine Diagnose haben, konsultieren Sie mit dem Verein oder dem Autismusbeauftragten

Generell rate ich davon ab, mit Autismus ohne Empfehlung anderer Eltern besonderer Kinder auf ein reguläres Gymnasium zu gehen, erst recht nicht, wenn die Grundschullehrer:in dies nicht empfiehlt.

Wie die Schule helfen kann

Wenn die Schule bereit ist, sich auf halbem Weg zu treffen, können Sie darum bitten:

  • Erlaubnis, Kopfhörer für Tests zu verwenden (eher für Grundschüler, dann wird es zu peinlich),
  • Erlaubnis, in einen ruhigen Raum zu gehen (durch Hochhalten einer speziellen Karte),
  • Vereinbaren Sie mit dem Lehrer, dass das Kind alleine sitzen wird,
  • dass auf dem Blatt nur eine Aufgabe stehen wird und nicht viele, und es wird wirklich viel freien Platz für alle Aufgaben geben.
  • dass alle Konflikte getrennt von den anderen mit dem Kind besprochen werden

Wie geht es weiter

Es ist besser, einen zukünftigen Beruf zu suchen, in dem das Kind mehr oder weniger selbstständig arbeiten kann. Es besteht die Möglichkeit, dass es für ihn zu schwierig wird, das Wettbewerbsumfeld bei der Arbeit zu ertragen.

Viele (ich würde alle sagen, aber es gibt immer Hoffnung auf zufällige Ausnahmen) größere Arbeitgeber in Deutschland orientieren sich am Vitamin-B-Prinzip. Außerdem sind Soft Skills mittlerweile extrem wichtig und nicht das, was man im Beruf weiß und kann. Menschen, die über ihre Leistungen glatt lügen können, werden viel mehr geschätzt als diejenigen, die tatsächlich arbeiten. So erhält beispielsweise ein junger Gruppenleiter, der die Kosten des Projekts und dessen Fristen mehrfach gezielt unterschätzt, eine Beförderung und weitere Finanzierung, und eine Person, die den Arbeitsaufwand wirklich versteht und die Kosten richtig ermittelt, wird wegen “geringer Leistung” entlassen. In dieser Welt des Scheinarbeit, die auf persönlichen Beziehungen basiert, finden autistische Menschen, die schlecht sprechen und nicht lügen können, keinen Platz. Der einzige Ausweg ist, selbstständig oder bei einer kleinen Firma zu arbeiten.

Die wichtigste Aufgabe der Eltern und denen, denen das Schicksal solcher Kinder nicht gleichgültig ist, besteht darin, ihnen den Mut zu geben, dass sie alles genauso tun können wie “normale” Menschen. Sehr oft verlieren Autisten nach dem Albtraum der Schule das Vertrauen in sich selbst und ziehen sich in sich selbst zurück. Die Aufgabe der Erwachsenen ist es, rechtzeitig zu helfen, sich an die Welt der Erwachsenen zu gewöhnen, zu zeigen, dass es eine Wahl gibt.

Teil 1
Teil 2
Mein Kind spricht nicht. 1. Sprachentwicklungsstörung Symptome
Mein Kind spricht nicht. 2. Sprachverzögerung Ursachen
Mein Kind spricht nicht. 3. Was tun mit den Sprachstörungen
Zweisprachige Kinder
Zweisprachige Kinder Sprachentwicklung

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