Wie das System das Bloggen tötet

Letzte Aktualisierung Dezember 8, 2021

Auf meinen Seiten sehen Sie eine hässliche ganzseitige Anzeige, bei der Sie Cookies zustimmen müssen. Ich weiß, Sie haben genug davon. Ich habe auch genug. Aber ich habe keine andere Wahl, da das europäische Datenschutzrecht so verfasst ist, dass Sie Cookies aktiv und nicht passiv zustimmen müssen. Das heißt, Sie müssen die Taste selbst drücken. Dabei benötigt es:

– dass absolut alle Cookies registriert werden. Und das sind Statistiken, Newsletter, Dienste von WordPress wie Kontaktformulare, Werbestatistiken, Spamschutz und sogar Fonts usw. usw.

– dass Sie alle zusammen und einzeln ablehnen können

– dass Sie Ihre Meinung ändern können

– dass alle diese Dienste, mit Ausnahme derjenigen, die die Website vollständig zerstören, deaktiviert werden, bis Sie zustimmen.

Das können nur die IT-Spezialisten (auch nicht alle) ohne Hilfe, vor allem den letzten Punkt. Daher muss ich für diesen Unsinn einen Service bezahlen.

Ist das doch nicht leichter, alle Cookies abzuschalten?

Ok, es wird eine Webseite

  • ohne Kommentar
  • ohne Möglichkeit die Links teilen oder bei einem sozialen Messenger für sich speichern
  • ohne Newsletter
  • ohne Links zu Foto-Hosting oder Video
  • ohne Hacker- und Spam-Schutz

Ach ja. Für Sie auch etwas Gutes – ohne Werbung. Aber denken Sie wirklich, dass die Blogger auf Ihre Kosten arbeiten müssen? Für ehrenamtliche Arbeit bekommt man eine Kompensation, aber Blogger müssen, nach gesetzliche Meinung, nur ausgeben und nichts bekommen.

Gleichzeitig drücken, wie Sie verstehen, viele Nutzer auf die Schaltfläche “Ablehnen”, um sich damit nicht zu beschäftigen. Somit vernichtet der Nutzer Site-Statistiken und Werbeeinnahmen. Aber der Nutzer sieht die Werbung trotzdem!

Dies ist eine absurde Situation – ich bezahle dafür, dass man mich liest (Hosting, Cookie-Dienst), und ich bezahle separat dafür, dass ich keine Entschädigung für meine Ausgaben bekomme.

Die Werbung bleibt die einzige Möglichkeit, die Kosten zu kompensieren. Glauben Sie mir, wir reden hier überhaupt nicht über Einnahmen. Für den Anfang wäre es schön, die paar Tausend Euro abzudecken, die in 15 Jahren Bloggen ausgegeben wurden.

Somit erhalten wir

  • eine endlose Arbeit für die Site-Wartung, ganz zu schweigen vom Schreiben von Artikeln, die mindestens drei Tage / durchschnittlich etwa eine Woche für die Suche nach Material erfordern, wenn Sie ein umfangreiches Bild geben wollen und keine allgemeinen Worte schreiben möchten.
  • nicht kompensierte Ausgaben

Hinzu kommt der „besondere Weg Deutschlands“ – die Angst vor Bußgeldern und Abmahnungen.

Auch wenn ich daran nur denke, Werbung zu verbinden, muss ich ein „Gewerbe“ anmelden und dafür bezahlen. Okay, es waren nur 10 Euro. Aber jetzt muss ich jedes Jahr eine gewisse Anzahl zusätzlicher Papiere zur Erklärung ausfüllen, nachdem ich sie vorher verstanden muss. Dies ist bisher der einfachste Teil.

Als nächstes muss ich einen Blog nach all den verdammten Regeln einrichten – das sind zwei obligatorische Seiten mit all den endlosen rechtlichen Informationen (ein Epos für ein paar Wochen, um einen kostenlosen Generator und eine Übersetzung zu finden) und all die Cookies (siehe oben).

Alles wäre gut, wenn nur Aufsichtsbehörden diesen Fall prüfen würden – klar ist, dass sie nie auf eine kleine Website gelangen werden. Aber in Deutschland gibt es eine sogenannte Anwaltsmafia. Diese Leute verdienen Geld, indem sie nach Websites oder unerfahrene Verkäufern / Handwerker suchen und ihnen eine Abmahnung für ein paar tausend Euro schreiben, weil Sie “den fairen Wettbewerb verletzen”. Indem Sie beispielsweise einen kleinen Absatz in rechtliche Seiten nicht schreiben, die sowieso niemand liest, oder die Cookie-Richtlinie verletzt haben, haben Sie der Konkurrenz mit einer anderen Site “schrecklichen” Schaden zugefügt und “enorme” Vorteile erhalten.

Ich habe also praktisch noch nichts verdient, aber schulde schon allen etwas.

Europäische Kommission und Parlament, hallo, was ist mit meinem Recht auf fairen Wettbewerb, das durch dieses Gesetz zunichte gemacht wird? In dieser Form dient es ausschließlich großen Firmen, die über eigene IT-Spezialisten verfügen und beliebige kostenpflichtige Dienste problemlos anbinden. Seit der Installation des „richtigen“ Banners hat viele Nutzer auf Cookies verzichtet. Der Rest sind höchstwahrscheinlich Bots, an denen Sie nicht wirklich etwas verdienen.

Der sogenannte Datenschutz, durch seine sehr ehrfurchtgebietenden Geldstrafen und die Existenz dieser Abmahn-Anwälte, lässt die Menschen in Deutschland vor Schrecken ohnmächtig werden, wie vor einer Klapperschlange, also sieht man all diese Exzesse, endlosen Zettel und unlogischen Verbote in Deutschland – Kindergarten, Schule, Ärzte.. Aber zeigen Sie mir einen Nutzer, dessen Rechte tatsächlich geschützt sind. Welchen Schaden könnte eine Person bekommen, wenn jemand weiß, dass ihre Computer meine Website besucht und dort Anzeigen gesehen hat, die Google auf Milliarden von Computern verteilt?

Warum muss der Nutzer im Internet absolut anonym sein? Wenn wir durch die Stadt laufen, hinterlassen wir Spuren. Wir sehen Werbung, besuchen Shops. Leute und Kameras sehen uns. Beim Surfen im Internet hinterlassen wir Spuren in Form einer IP-Adresse. Computer sehen uns, aber sie wissen nicht, wie wir heißen und wo wir leben, gleich wie uns die Leute in der Stadt sehen und wissen nicht, wie wir heißen und wo wir leben.

Man konnte zuerst über die Leute, technische Möglichkeiten nachdenken. Viele Cookies braucht man wirklich und es keine Alternative gibt. Und soll auch nicht sein, weil es keine empfindliche Information ist.

Das ist pure Paranoia. Ich verkaufe nichts, ich sammle keine Telefonnummern. Auch E-Mail in den Kommentaren ist nicht obligatorisch.

Jetzt verstehen Sie, warum es einfacher ist, nicht zu schreiben als zu schreiben.

Daher bitte ich Sie, bei der Ablehnung von Cookies selektiv vorzugehen und bei Likes, Anzeigen und anderen gelassen zu bleiben. Zumindest bis Google das Anzeigen-Tracking ohne Cookies erfindet oder die EU-Behörden ein wenig über die Menschen nachdenken.

Lehnen Sie sie auf Monsterseiten ab, die damit kein Geld verdienen, aber lassen Sie sie auf kleinen unkommerzielle Seiten, die nicht vom Hauptgeschäft unterstützt werden. Ich kann garantieren, dass ich nur die erforderliche Mindestanzahl der gängigsten Dienste benutze.

Es geht ums Überleben. Denn wenn kein einziges Plus mehr übrig bleibt (zumindest ein moralisches, nur noch das Minus – endlose Zeit, eigenes Geld), wer gibt dann schon seine Energie für einen aus? Im Internet und insbesondere im deutschen Internet werden nur noch kommerzielle Seiten bleiben.

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