Rheinland Pfalz Bildungssystem

Letzte Aktualisierung September 14, 2022

Das Rheinland Pfalz Bildungssystem ist auf den lokalen Bildungsseiten gut vertreten, was nicht für alle Bundesländer gilt. Die Schularten sind sehr strukturiert, und es ist klar, wer mit welchem Abschluss wohin kommt.

Schulsystem in Baden-Württemberg
Schulsystem in Berlin – Brandenburg
4. Klasse. Gymnasium oder Realschule?
Erfahrungen Gymnasium 5. Klasse

Rheinland Pfalz Bildungssystem – Schema

Rheinland Pfalz education system

Schulpflicht in Rheinland Pfalz

Die Schulpflicht beginnt für alle Kinder, die bis zum 31. August das 6. Lebensjahr vollendet haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, in denen die Anmeldung im Frühjahr vor Schulbeginn stattfindet, erfolgt die Anmeldung hier im Jahr zuvor, im August oder September.

Die Schulpflicht dauert 12 Jahre. Sie kann nach erfolgreich abgeschlossener 10. Klasse, eine zweijährige Berufsausbildung enden.

Abschlüsse

Berufsreife (ähnlich Hauptschulabschluss in anderen Bundesländern) nach Klasse 9 oder Berufsvorbereitungsjahr, wenn die Schule ohne Abschluss abgeschlossen wurde. Mit diesem Abschluss geht man nach der 9. Klasse auf die Berufsschule oder die Berufsfachschule I

qualifizierter Sekundarabschluss I (QSek I) nach Klasse 10 (ähnlich einem Realschulabschluss) oder nach dem Abschluss einer Berufsschule

Fachhochschulreife – kann mit Abschluss der Berufsschule, als Zusatz- (Besuch zusätzlicher Unterrichtsstunden vorausgesetzt) oder Hauptabschluss, sowie mit unvollständiger gymnasialer Oberstufe (dann zusätzliche Praxis erforderlich) erworben werden

fachgebundene Hochschulreife – kann man nach Berufsoberschule II bekommen

allgemeine Hochschulreife – nach der gymnasialen Oberstufe in verschiedenen Schularten, sowie nach der Berufsoberschule II (wenn eine zweite Fremdsprache gibt)

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Sekundarstufe I in Rheinland-Pfalz

Realschule plus

Realschule plus ist eine Kombination aus Realschule und Hauptschule. Es gibt zwei Arten: kooperativ und integriert. In einer kooperativen Realschule lernen die Schülerinnen und Schüler nach zwei „Orientierungsjahren“ getrennt weiter, entsprechend dem vorgesehenen Abschluss: Berufsreife (ähnlich der Hauptschule) oder qualifizierter Sekundarabschluss I (Realschule). In einer integrierten Schule lernen alle gemeinsam.

Ab der 6. Klasse müssen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich Kurse aus den Bereichen Haushalt und Gesellschaft, Technik und naturwissenschaftlicher Block, Wirtschaft und Management, eine zweite Fremdsprache (in der Regel Französisch) wählen.

Nach der 6. Klasse können die Schüler mit entsprechender Empfehlung auf das Gymnasium gehen.

Nach der 9. Klasse können sie auf die Berufsschule oder die Berufsfachschule I gehen.

Nach der 10. Klasse können sie die Höhere Berufsfachschule besuchen.

Mit guten Noten kann man auf die Fachoberschule oder gymnasiale Oberstufe zum Gymnasium, Beruflichen Gymnasium oder zur Gesamtschule wechseln.

Berufsreife nach Klasse 9

qualifizierter Sekundarabschluss I (QSek I) nach Klasse 10

Integrierte Gesamtschule

In einer Gesamtschule gibt es alle drei Stufen: Hauptschule, Realschule, Gymnasium. Die Integration liegt darin, dass auch nach der Einteilung der Fächer in Niveaustufen nach der 7. Klasse ein Teil des Unterrichts noch in der allgemeinen Klasse stattfindet.

Pflichtfächer: Religion/Ethik, Deutsch, Englisch, Mathematik, Sozialkunde, Naturwissenschaften, Musik, Bildende Kunst, Sport.

Wahlpflichtfächer: Zweite Fremdsprache (Französisch oder Latein), Arbeit und Wirtschaft, Naturwissenschaften und Technik, Handwerk und Kunst, Gesundheit und Sport

Wahlfächer: Drittsprache, Chor/Orchester, Sport, AG

Ab Klasse 7 werden Mathematik und Englisch und später Deutsch und Naturwissenschaften auf verschiedenen Niveaustufen unterrichtet.

Berufsreife nach Klasse 9

qualifizierter Sekundarabschluss I (QSek I) nach Klasse 10

allgemeine Hochschulreife nach Klasse 13

Gymnasium

In Rheinland-Pfalz gibt es 9-jährige Gymnasien und 8-jährige Gymnasien mit Vollzeitpflicht (G8GTS-Gymnasien)

Ins Gymnasium kann man nicht nur nach der Grundschule, sondern auch nach der 6. Klasse auf Grund einer Empfehlung oder aufgrund bestandener Prüfungen. Und auch nach der 10. Klasse mit guten Prüfungsnoten.

In Rheinland-Pfalz gibt es zweisprachige Gymnasien, die gleichzeitig mit dem deutschen einen französischen Abschluss erteilen. Außerdem gibt es Projektklassen und Hochbegabtenschulen.

allgemeine Hochschulreife – nach Klasse 12 oder 13 je nach Schulform

Fachhochschulreife kann ein Jahr vor Ende der Fachhochschulreife erworben werden (schulischer Teil, danach ist ein weiteres Praxisjahr erforderlich)

Rheinland Pfalz Bildungssystem – Berufliche Schulen

Berufsschule

Duale Schulen, die einen Vertrag mit dem Betrieb benötigen.

Die Ausbildung dauert je nach Fachrichtung 2-3,5 Jahre.

Pflichtfächer:
– Berufsunterricht
– Deutsch
– Religion/Ethik
– Sozialwissenschaften, Wirtschaft
– Sport

Wahlpflichtfächer:
– Berufsunterricht
– Biologie, Chemie, Physik
– Forderzunterricht
– Fremdsprache
– Informatik
– Kommunikation / Präsentationen
– Internetkommunikation
– Mathe
– Politik
– Sport
– Zusätzliche Qualifikationen

qualifizierter Sekundarabschluss I (QSek I)

Fachhochschulreife – wenn zusätzliche Unterrichtsstunden wurde besucht

Berufsfachschule I

Diese Schule nimmt mit der Berufsreife, aber ohne Vertrag mit dem Betrieb.

Die Ausbildungsdauer beträgt 1 Jahr.

Mögliche Fachrichtungen

  • Essen und Haushalt
  • Soziale Gesundheit und Pflege
  • Unternehmen und Technologie
  • Wirtschaft und Management

Nach dieser Schule können Sie die Berufsschule oder die Berufsfachschule II besuchen.

Berufsfachschule II

Die Ausbildung an dieser Schule dauert ein Jahr. Die Fachrichtungen sind die gleichen wie bei der Berufsfachschule I.

Am Ende können Sie bekommen

qualifizierter Sekundarabschluss I (QSek I)

Wie nach der 10. Klasse können Sie mit diesem Zeugnis in die höhere Berufsfachschule oder das berufliche Gymnasium eintreten.

dreijährige Berufsfachschule, Berufsfachschule Pflege

Diese Ausbildung dauert, wie der Name schon sagt, drei Jahre und vermittelt eine vollwertige Spezialisierung. Mit der Berufsreife ist das möglich. Für die Berufsfachschule Pflege gelten zusätzliche Bedingungen.

Fachrichtungen:

  • Feinwerkmechaniker/in (Kaiserslautern and Kusel)
  • Goldschmied/in (Kaiserslautern)
  • Informationselektroniker/in (Kaiserslautern)
  • Kraftfahrzeugmechatroniker/in (Kaiserslautern)
  • Maler/in und Lackierer/in (Kaiserslautern)
  • Maßschneider/-in (Speyer and Betzdorf-Kirchen)
  • Metallbauer/in (Kaiserslautern)
  • Steinmetz/in und Steinbildhauer/in (Kaiserslautern)
  • Systemelektroniker/in (Kaiserslautern and Kusel)
  • Tischler/in (Kaiserslautern)
  • Pflege

Neben der Erlangung eines Berufs verleihen sie Zertifikate:

qualifizierter Sekundarabschluss I (QSek I)

Fachhochschulreife – wenn zusätzliche Unterrichtsstunden wurde besucht

Wenn Sie sich für eine Weiterbildung interessieren, dann können Sie nach erfolgreichem Abschluss und Erlangung des Berufes gehen:
– mit einem Jahr Berufserfahrung – auf Fachschule
– mit Sekundarabschluss I – auf die Berufsoberschule I oder Duale Berufsoberschule
– mit Fachhochschulreife – auf Fachhochschule oder Berufsoberschule II

Fachoberschule

Fachoberschule – das ist die originelle Variante von Rheinland-Pfalz. Diese Schule ist mit der Realschule verbunden und bietet die Fachhochschulreife in 2 Jahren an.

In der 11. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler 3 Tage pro Woche ein Praktikum im gewählten Betrieb.

Fachrichtungen:

  • Wirtschaft und Management
  • Gesundheit und Gesellschaft
  • Technologie (Metall oder Technische Informatik)
  • Gestalltung
  • Landwirtschaft, Biotechnologie und Umwelttechnologie

Fachhochschulreife

Höhere Berufsfachschule

Diese Schule nimmt mit qualifiziertem Sekundarabschluss I für alle Fachrichtungen, außer Hotelmanagement.

Für Hotelmanagement benötigen Sie die Fachhochschulreife.

Fachrichtungen:

  • Gastronomie
  • Informationstechnik
  • Labortechnik (Biologie oder Chemie oder Ökologie)
  • Mechatronics
  • Mediendesign
  • Kleidungsdesign
  • Sozialassistent
  • Wirtschaft
  • Polizei und Regierung
  • Hotelmanagement

Nach einer zweijährigen Ausbildung erhaltet man den Status eines qualifizierten Assistenten sowie die Fachhochschulreife (weitere sechsmonatige Praktik ist erforderlich).

Fachhochschulreife – weitere sechsmonatige Praktik ist erforderlich


Berufsoberschule I

Diese Schule nimmt mit Realschulabschluss plus eine mindestens zweijährige Berufsausbildung (abgeschlossen für Berufe im Bereich Gesundheit oder Beamtenverhältnis) oder 5 Jahre Berufserfahrung. Für Gestalltung gibt es eine Zusatzprüfung.

Fachrichtungen:

  • Gestalltung
  • Gesundheit und Gesellschaft
  • Wirtschaft und Management
  • Technik (in Landwirtschaft, Ingenieurtechnik, Naturwissenschaften)

Die Ausbildung dauert 1 Jahr.

Fachhochschulreife

Sie können zur Berufsoberschule II oder zum Hochschule gehen. Zusätzlich wird eine Zweitsprache angeboten, um an der Berufsoberschule II die allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Duale Berufsoberschule

In der dualen Berufsoberschule (DBOS) nimmt man mit:
– Qualifizierter Sekundarabschluss I
– plus mindestens zwei Jahre abgeschlossene Berufsausbildung
oder Ausbildung zum Beamtenverhältnis des Mittleren Dienstes
oder abgeschlossene Höhere Berufsfachschule
oder mit mindestens zwei Jahren Fachschule

Bereits erlernte Blöcke werden berücksichtigt. Die Ausbildung dauert zwei Jahre.

Sie können die Fachhochschulreife erwerben

Fächer:

Biologie oder Chemie oder Physik
Deutsch
erste Fremdsprache
Mathe
Sozialwissenschaften

Zusätzlich wird eine zweite Fremdsprache angeboten.

Fachhochschulreife

Berufsoberschule II

Diese Schule nimmt mit:
Fachhochschulreife plus mindestens 2 Jahre Berufsausbildung,
oder abgeschlossene Höhere Berufsfachschule,
oder abgeschlossene Ausbildung im Bereich Gesundheit
oder Ausbildung zum Beamtenverhältnis

Eine vorherige Ausbildung sollte in der gewählten Richtung durchgeführt worden sein.

Ausbildung dauert 1 Jahr.

Fachrichtungen:

  • Gesundheit und Gesellschaft
  • Wirtschaft und Management
  • Technik

fachgebundene / allgemeine Hochschulreife

Berufliches Gymnasium

In das berufliche Gymnasium nimmt man Realschüler mit guten Noten oder als Versetzung von einem Gymnasium oder einer Gesamtschule auf.

Fachrichtungen:

  • Gesundheit und Gesellschaft
  • Wirtschaft
  • Technik (Baumaschinen, Elektrotechnik, Metall, Design- und Medientechnik, Umwelttechnik)

allgemeine Hochschulreife

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